Die Geschichte der Musikreproduktion

Die Geschichte der Musikreproduktion

Bereits in der Antike wurden Musikmaschinen in der Literatur erwähnt. Wie diese funktionierten, ist jedoch heute nicht mehr bekannt.

Mittelalter bis Renaissance

Im späten Mittelalter wurden Monumentaluhren mit Glockenspielen, die mechanisch funktionierten, ausgestattet. In der Renaissance wurden die ersten Musikautomaten und selbst spielende Spinette gebaut. Die Melodien wurden von Stiftwalzen erzeugt. Eine Stiftwalze gibt für das Instrument nichts anderes als einen 0-1- oder Binär-Code an: Jede Stiftreihe ist für eine bestimmte Saite, Pfeife oder Taste zuständig. Kommt der Abtaster auf einen Stift, gibt es einen Ton. Ist kein Stift da, wird kein Ton erzeugt.

16. bis 18. Jahrhundert

Die Handdrehorgel wurde im 16. Jahrhundert bereits gebaut, fand aber erst ab dem 18. Jahrhundert Verbreitung. Die Melodie wird mit Pappkarten, die gefaltet sind und durch das Drehen einer Kurbel transportiert werden, gesteuert. Die Töne werden durch Blasebälge und Orgelpfeifen erzeugt.

Die Flöten- oder Orgeluhr entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts. In diese Uhr ist eine kleine Orgel eingebaut, die von einer Stiftwalze gesteuert wird und zu bestimmten Zeiten Musik erzeugt.

Für diese Flötenuhren schrieben Komponisten wie Georg Friedrich Händel, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart oder auch Ludwig van Beethoven eigene Werke.

Die erste Beschreibung von zwei Pfeifen, die einen Kuckucksruf imitierten, stammt aus dem Jahr 1616. Im Jahr 1619 erhielt der Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen eine Uhr mit Kuckucksschrei. Ab 1669 war die Idee eines Kuckucksrufes, der die Stunden angibt, geboren.

Die erste Schwarzwälder Kuckucksuhr, wie sie heute bekannt ist, wurde wahrscheinlich zwischen 1730 und 1742 gebaut.

19. Jahrhundert

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es Musikautomaten, die zwei Instrumente, wie ein Piano und eine Flöte, vereinten. Vor dem Instrument saß eine mechanische Figur, die die Tasten drückte, sodass das Piano gespielt wurde.

In dieser Zeit wurden die Spieldosen weiterentwickelt, die aus kleinen Automaten, die in Uhren zwei Tonzungen bedienten, entstanden. Daher auch der Name „Spieluhr“ für diese mechanischen Instrumente. Über eine Stiftwalze, die mit einer Kurbel in Bewegung gesetzt wird, werden hierbei die Tonzungen betätigt und dadurch wird eine Melodie erzeugt. Mit der Industrialisierung wurde die Herstellung der Spieldosen erschwinglich und sie wurden in großer Stückzahl produziert. Auch heute noch sind die Spieluhren beliebt.

Drehinstrumente, die Orgelpfeifen durch gelochte Pappscheiben betätigten, wurden ebenfalls zu dieser Zeit in großer Stückzahl hergestellt.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden Spieluhren produziert, die Blechplatten abspielen konnten. Das System war ähnlich wie bei den Stiftwalzenmodellen: Jede Spur auf der Scheibe ist für eine Zunge auf dem Tonkamm zuständig, aus den Blechplatten werden kleine Stücke auf die Unterseite gestanzt, die die Tonzungen in Schwingung versetzen, wenn die Blechplatte angetrieben wird und sich dreht.

Ende des 19. Jahrhunderts kamen die selbst spielenden Klaviere auf den Markt. Auch Orchestrione erfreuten sich zu dieser Zeit großer Beliebtheit. Sie bestanden beispielsweise aus mehreren Geigen, Trommeln, Klavier und Percussion-Instrumenten. Sie spielten auf Jahrmärkten, in Gaststätten und Cafés. Sowohl die Klaviere als auch die Orchestrione konnten mit einem Münzeinwurf geliefert werden. So konnte man im besten Fall ein Musikstück wählen und es gegen eine Münze abspielen lassen.